Simple live

05. Dezember 2009

Meine beiden Tage auf Ginak Island waren wieder mal eine Zeit der Entbehrung. Kein Strom, kein fließend Wasser und kein kaltes Bier.
Aber zum Glück bin ich das ja gewohnt.
Die Insel ist ein wunderschöner Ort. Ich bin mit den Geräuschen des Ozeans eingeschlafen und mit 100 verschiedenen Vogelarten wieder aufgewacht.
Zurück in Serekunda mußte ich erstmal einen begünstigenden Verwaltungsakt einer nicht zuständigen Behörde durchführen.
Der Dirk hatte zum Abmelden die Kennzeichen mitnehmen müssen. Also hab ich mir welche selbst gemalt. Das ist hier nicht das Problem, war aber schon ein komisches Gefühl.
;o))

Gambia live

03. Dezember 2009

Die letzten Tage waren sehr interessant. Dies Land, welches man getrost die “Smilingcoast” nennt, ist eine englischsprachige Oase inmitten einer deprimierenden Sprachwüste. Ich habe das Gefühl, daß ich in kurzer Zeit sehr, sehr gute Freunde gefunden habe. Zum einen Famara (Fams), den wir ursprünglich nach dem Weg gefragt hatten. Er lebt und arbeitet zusammen mit seinen beiden besten Freunden Buckery (Bucks) und Salomon (Dolfin). Die Jungs sind Künstler und leben von dem Verkauf an Touristen. Stattdessen wurden aber wir reichlich beschenkt.
Das bewegendste Ereignis war, als Theo, Domenik und ich am wichtigsten Feiertag (Tabaski) hier zu ihren Familien eingeladen wurden.
Am 29. November richteten wir eine riesen Beachparty aus und luden alle anderen “nice guys”, die wir so getroffen hatten ein. Das Ergebnis war ein Fest an das wir noch lange denken werden.

Ansonsten gab es noch viele offizielle Termine. Man hat gewisse Verantwortung hier und muß demnach bei der Vorstellung der Hilfsprojekte anwesend sein. Eine Healthstation und eine Grundschule haben wir gesehen. Es ist fantastisch was die Leute hier erreichen und umso schlimmer, bedenkt man was sie zuvor hatten.
Heinz, der Direktor der NGO (non goverment organisation) stellte mich dem ranghöchsten Polizisten des Landes vor. Wir fachsimpelten etwas und nach einer Tour durch seine Fachabteilungen kann ich erahnen wo die Probleme liegen. Ich werde versuchen etwas in Deutschland zu organisieren.

Wir hatten leider auch Ärger, als Theo von einem korrupten Polizisten um 50,-€ erleichtert wurde.
Gestern am 30.11. hätte ich beinahe den Bock abgeschossen, als ich fast in die Präsidentenkolonne reingefahren wäre. Ich habe selten in soviele Mschinengewehre geschaut.

Heut habe ich ausgecheckt und mich von Matthias und Dirk verabschiedet. Schon schade. Aber ich brauche ein wenig die Einsamkeit. Es geht nach Ginak Island. Dort ganz im Norden des Landes liegt ein Nationalpark.

finish

30. November 2009

Wir haben nun ein paar der unterstützten hilfsprojekte besichtigt, uns grob mit der gegend vertraut gemacht, das freundschaftsspiel (fußball) 2:1 verloren und ein paar neue leute kennengelernt. Die Amsterdam-Banjul-Challenge die wir auf unserem weg immer mal wieder getroffen haben ist mittlerweile auch komplett eingetroffen, sie feiern ordentlich.
Von unserer truppe sind schon einige aufgebrochen, da sie irgendwie flüge am samstag und montag bekommen haben. Michael war froh wieder heim zu kommen, Manja wohl eher nicht… was wir durchaus verstehen können ;)
Dominik und Theo haben ihren galopper auch nur ungern abgestellt und sind nun auf dem rückweg.

Neue leute kann man hier im sekundentakt kennen lernen, vor allem mit einem rallyeauto und heller haut. Das kann auch belastend werden, was einer unserer neuen freunde hier (Fams) etwas eindämmen konnte. Er ist natürlich Rastafari und kennt hier fast jeden.
Zum abschied der Balloonistas gestern haben wir mit Fams und family ein kleines (50 leute) BBQ am strand veranstaltet. Es gab Domoda, Barrakuda, Julbrew und eine mischung aus einheimischer und reggae musik, live getrommelt und gesungen natürlich.

Den Tag schließen wir mit einer bombe im pool, einem kühlen getränk und wieder neuen freunden: heute sind einige studenten aus nigeria eingetroffen die etwas wie unser Erasmusprogramm betreuen. Nette leute, aber sie sprechen unheimlich schnell.

PS: ein cheeseburger in gambia besteht aus baguette, hackfleischbällchen, schmelzkäse, tomaten, zwiebeln und dressing. Schmeckt deutlich besser als in der schenke “zum glodenen m”.

PPS: manjas glücksbringer bringt nun evtl jemand anderem weiterhin glück

Sanyang

28. November 2009

Der zweite tobaski tag ist etwas ruhiger, wenig einheimische sind unterwegs. Wir wollen sehen wohin die spendengelder fliessen und schauen uns 2 projekte an: eine medizinische station in Manduar und eine grundschule in Sanyang. Das med-center wird schon seit langer zeit aufgebaut, hier dauern solche arbeiten einfach ewig. Ich glaube es wird wohl auch in 3 jahren noch nicht komplett vollendet sein. Die schule hat eine bessere strategie; sie wird in abschnitte unterteilt und raum für raum erweitert. Die kinder sind sehr freundlich und nicht nur an schultagen da. Hier wird auch auf dem schulhof gespielt, ein gebäude für computer mit internetanschluss entsteht ebenfalls gerade.
Auf den strassen sind ab dem späten nachmittag wieder unglaublich viele leute unterwegs. Sie sind fast alle sehr farbenfroh gekleidet, vermutlich kann man die aufwendigen kleider mit maßanzügen in europa vergleichen. In gambia sind 44% der bevölkerung weniger als 15 jahre alt, durchschnittlich liegt die lebenserwartung bei 45 jahren !
Kein wunder also das man hier so gastfreundlich ist und z.bsp. Tobaski ausgelassen feiert.

Zieleinlauf

28. November 2009

25.11.2009 – keine Ahnung welcher Wochentag

Wir haben es geschafft!!! Die letzte Etappe war mit großer Wahrscheinlichkeit die härteste. Morgens um 06:00 Uhr Start in Sant Louis. Dann folgten unter ständiger Bewachung durch senegalesischer Zöllner im Konvoi Strecken, welche die Orgs. ,,Schlaglochbillard” nannten. Die Löcher im 2cm Asphalt wurden immer größer, so dass es irgendwann keinen Sinn mehr machte ihnen auszuweichen. Unsere Freunde hatten aufgrund der Strecke ein Loch in der Motorhaube. Der Stoßdämpfer hatte sie durchschlagen.
Unser Thermometer zeigte zwischenzeitlich sage und schreibe 46 Grad.
In Barra hinter der Grenze mußten wir 3 Stunden auf die Fähre nach Banjul warten. Bettler und Händler nutzten die Zeit, um uns kräftig einzuheizen. Wir flüchteten schließlich auf das Dach des mitfahrenden Trucks.
Ich schloss Freundschaft mit einem Rastafari namens Aladin.
Um 02:00 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz.

Heut war Waschtag. Gleich gehen wir in ein europäisches Spezialitätenrestaurant. Guten Appetit.

Tobaski

28. November 2009

Es ist weinachten, zumindest feiern die muslime es dieses wochenende. Es nennt sich tobaski und ist eine riesige party in afrika. Ab 9 uhr wird gebetet, danach ein schaf geschlachtet (pro familie wenigstens 1) und dann gegessen und gefeiert.
Ich bringe manja und michael zum flughafen, kostenpunkt nach feilschen mit dem polizisten: 100 dalassi weil ich den opel auf dem vip parklpatz direkt vorm terminal geparkt habe. Evtl hätte ich nicht einfach über die boardsteine fahren sollen… Das team “sorgenfrei” sitzt nun im buschflieger nach dakar und kommt hoffentlich heil an. Ein teammitglied würde wohl gern noch bleiben, was wir nachvollziehen können. Den rest des tages wird entspannt. Erst mit melone am pool (den wir für uns allein haben), dann bei einer anderen mangroven tour weiter südlich und abschließend auf der rallye welcome party im blue kitchen. hier warten 250l freibier von julbrew, ein grosses buffet und eine liveband. Die sängerin wird vom präsidenten persönlich gefördert.

Banjul – Serrekunda

28. November 2009

Unseren ersten tag in gambia lassen wir ruhig angehen. Björn, Theo, Dominik und Mo suchen ein hotel und handeln einen fairen preis aus, danach geht es für sie an den strand. Nach einer kurzen besichtigung von cape point geht es für ein paar stunden in das mangrovengebiet am gambia river. Michael hat der stress und vermutlich auch die temperaturen+luftfeuchte von gestern etwas mitgenommen. Manja geniest die fahrt am bug, ich mache ein paar fotos und geniesse ebenfalls die ruhe hier draussen. Kurz vor sonnenuntergang machen wir noch eine kleine stadtrundfahrt in banjul, micha räumt derweil den volvo aus da die 2 leider schon am freitag mittag nach Dakar fliegen müssen.
Zum abschied von team hakunamatata (sorgenfrei) gehen wir noch mal in Mama’s Restaurant gepflegt essen und testen das nachtleben von serrekunda.

last step

27. November 2009

Die landschaft hat sich noch einmal deutlich verändert, anstatt einöde gibt es auf dem weg von st.louis nach banjul (serrekunda um genau zu sein) mehr und mehr grün. Erst savanne und in etwa ab der gabia-grenze auch palmen und affenbrotbäume. Die leute verändern sich ebenfalls, viel reggae und zunehmend gastfreundliche, zuvorkommende menschen. Die letzten 100km landstr. vor der grenze werden gerade erneuert. Strassenbau bedeutet hier den boden ebnen und ca 3cm asphalt auftragen, das hält nat. nicht sehr lange. Bei den orgs wird dieser abschnitt schlagloch-bingo genannt, was ganz gut passt. Beim volvo vom team hakunamatata war die bingo karte voll, der rechte vordere stoßdämpfer hat jetzt freie sicht zum himmel. Gegen mitternacht erreichten wir die “blue kitchen” bei banjul, bei 27 grad celsius.

Senegal

25. November 2009

Heute ist die letzte etappe von St.Louis nach banjul geplant. Damit ist die rallye auch schon wieder zu ende und unlust macht sich breit. Die letzten wochen haben wir hauptsächlich mit den Ballonistas und Hanumatata verbracht, uns schon in ein paar tagen wieder von ihnen verabschieden wollen wir nicht wirklich. Jetzt gibt es noch ein französisches frühstück in unserem Hotel Dior, dann rollt die Kolonne los.

St.Louis

25. November 2009

Die letzte etappe aus der sahara begann mit einer 40km fahrt am strand zum atlantik, bremste uns etwas beim versuch vom strand wieder auf eine richtige strasse zu kommen und endete nach weiteren 100km pistenfahrt, vogelpark und nur 6 stunden warten an der senegalesischen grenze in der stadt St. Louis. Hier haben wir auch einen tag freizeit den wir für eine tour durch die stadt nutzen. St.Louis ist auf jeden fall sehenswert, obwohl die stadt nicht sauberer ist als die bisherigen auf unserer route durch afrika. Übernachtet wird im Camping Ocean/Dior am südzipfel der vorgelagerten halbinsel. Es gibt einen strand vor der tür, klimaanlagen auf den zimmern (braucht man nach 4 tagen wüste nicht mehr) , wifi und mobile snacks. hier laufen nach sonnenuntergang jede menge krabben von 5cm grösse durch die anlage. Die sind allerdings scheu und greifen nicht an.
In der stadt sind wie gewohnt viele händler, wenig bettler, einige schöne alte gebäude und viele freundliche menschen. Das ist anders als mauretanien und marokko, ein bier kostet mehr als ein ganzes essen, eine stadtrundfahrt nur 1euro und die sonne scheint etwas länger. Trotz dem ist es nicht extrem heiss, sondern angenehm warm hier. Man bereitet sich gerade auf das hammelfest am nächsten wochenende vor, jede menge ziegen laufen in der stadt herum, die es alle in 2 wochen nicht mehr geben wird. Sie werden dann auf den strassen geschlachtet und anschliessend in den häusern zubereitet. Zwischen den üblichen rammschläden, dem zum markt umfunktionierten bahnhof und schrottreifen taxen haben wir sogar an einem stand original verpackte Mini-DV kassetten bekommen, auch das ist afrika.